Wissen ist Macht, Unwissen macht auch was

„Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt bleibt dumm.“ So begann damals die Sesamstraße. Ja, da bekam man Lust zu fragen. Denn wenn man fragen darf, dann kann man sich ja auch seine eigenen Gedanken machen und wer selber denken darf, der hat auch Lust dazu und der ist auch in der Lage, eigene Wege zu gehen. Ein interessanter Vergleich wäre das Laufen: wer selber laufen kann, der fängt vielleicht irgendwann mit Radfahren an. Aber wer nicht laufen gelernt hat, der kommt ja gar nicht erst auf’s Rad hinauf. Da ist das völlig logisch. Beim Denken aber, da wollen einige nicht mehr laufen. Das überlassen sie anderen. Sie lesen Bücher und lesen über Dinge, die sie gar nicht selber betrachtet haben.

Gut, soll ja jeder machen, wie er will. Aber genau da liegt der Haken. Man kann ja nur wissen, was man will, wenn man logisch denken kann und eine gute Verbindung zu seinem Magen hat. Ich möchte jetzt aber nur den Aspekt der Logik betrachten, obwohl es eigentlich nicht möglich ist, das Gefühl von der Logik zu trennen.

Nehme ich also die Logik, die ja bedeutet, dass ich Zusammenhänge erfassen kann und vielleicht sogar einen Einfluss auf das Ergebnis habe. Grundlage dafür wäre ein möglichst objektives Beobachten. Ein Wahrnehmen aller Faktoren. Ein Spüren aller Energien. Auch ein Erkennen von Dingen , die vielleicht noch niemand vorher gesehen hat. Vielleicht gibt es für einige Elemente auch noch keine Namen und sie könnten gefunden werden, wenn es erlaubt wäre alles zu sagen, was einem gerade durch den Kopf schießt.

Oder wenn man sich einfach immer nur fragt „Warum?“ Dann kommt man dem Kern der Sache näher. Auch wenn man nicht gleich alles sehen kann, was dazu gehört. Denn schon allein das Sehen schränkt ja die anderen Sinne ein. Es gibt ja noch viel mehr Informationen, die eine Frequenz enthält: die Wärme, die Lautstärke, die Richtung….

Je weniger man seine Sinne einschränkt, um so höher wird die Komplexität des Ergebnisses. Je weniger man vorher zu wissen meint, um so mehr kann man entdecken, da man ja viel mehr wahr nimmt. Und man kann der Logik der Natur besser folgen. Betrachte ich nämlich nur eine Sache, sehe ich die Anderen nicht und komme sogar zu einem falschen Ergebnis. Die Natur zeigt uns doch die ganze Zeit, dass wir kaum etwas verstanden haben und auch jetzt, wo sie sich wehrt, wird nicht hingehört und weiter über sie bestimmt.

„Ich weiß, dass ich nichts weiß.“

Sokrates

Wieso ist es also doof, dumm zu sein, wenn man als Unwissender am Meisten entdecken kann und vielleicht sogar noch neue Zusammenhänge findet? Wieso wird den Kindern in der Schule beigebracht, man könne etwas über Tiere und Pflanzen aus Büchern lernen? Wieso wird ihnen beigebracht, die Welt durch alte Gedanken zu betrachten? Wieso versuchen so viele, altes Wissen zu sammeln, statt selber welches zu entdecken? Wieso gibt es überhaupt Bewertungen für das Denken?

Die Bewertung des Denkens ist ein wirklicher Fehler. Aber dieser Fehler beginnt eigentlich schon viel früher, sonst würde er ja erkannt werden. Die Bewertung des Denkens als Konsequenz des Besserseins, denn sonst wäre es ja egal, was der andere denkt, beginnt in der Schule, in welcher es nicht mehr um die Kinder geht. In einer Schule, wo ein Beurteilen der Gedanken der Schüler wichtiger ist, als das Denken selber, da entstehen eingeschränkte Sichtweisen.

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